Rolf Lewandowski - Porträt eines Kometen

"Kometenhaft stieß er in die deutsche Spitzenklasse der Sprinter vor, Rolf Lewandowski von der LG ATV/RTV Düsseldorf", so der Originaltext von Bernward Franke in einem Zeitungsartikel aus dem Jahre 1971.
Rolf spielte als Jugendlicher mit großer Leidenschaft bei Fortuna Düsseldorf Fussball. Die Leichtathletik war für ihn Nebensache. Als 18jähriger kam er zum ATV 77, spielte aber weiter Fussball, zuletzt bei Turu 80 Düsseldorf.
Bevor er sich mit fast 22 Jahren für die Leichtathletik entschied, lief er die 100 m schon in 10,7 Sekunden. Als er aber im Winterhalbjahr 1970/71 ein intensives Lauf- und Krafttraining durchführte, kam es zu dem "kometenhaften" Aufstieg.


In der Saison 1971 lief er mehrmals 10,4 Sek. und erstmals 10,3 Sek.. Sowohl bei den Deutschen Meisterschaften 1971 (8.), als auch bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 1972 (5.) und 1973 (3.) erreichte er die Endläufe.
Diese Plazierungen bescherten ihm auch bald seinen ersten Länderkampf gegen Holland, bei dem er über 100 m den 3. Platz belegte.
Als er im Frühjahr des Olympiajahres 1972 mit 10,4 Sek. in Leverkusen einen  neuen Deutschen Hallenrekord lief, hatte er gute Aussichten auf eine Teilnahme an den olympischen Spielen in München. Mit seiner Zeit verfehlte er den damaligen Hallenweltrekord, der u.a. von dem russischen Doppel-Europameister und späteren Doppel-Olympiasieger Valeri Borsow mit 10,3 Sek. gehalten wurde, nur um eine Zehntelsekunde. Eine in der laufenden Saison aufgetretene Oberschenkelverletzung machte alle Olympiahoffnungen zunichte.


Über 200 m hat Rolf eine Bestleistung von 21,1 Sek. zu Buche stehen. Trainiert wurde er von den ART-Trainern Kurt Manz, Manfred Beckers, Arnim Mohr und Helmut Oberdieck. Eifrigster Trainings- und Ansprechspartner war aber unser Gründungsmitglied Willi Jäckel.

Der Vorstand heißt den ehemaligen Düsseldorfer Top-Sprinter im Kreise des Fördervereins ganz herzlich Willkommen und würde sich freuen, "LEWAN" so oft als möglich auf seiner einstigen Show-Bühne, dem Rather Waldstadion, begrüssen zu können.


(Text: J.B.M.)
 

Titelfoto in der Zeitschrift Leichtathletik (offizielles Fachorgan des Deutschen Leichtathletikverbandes) nach seinem Deutschen Hallenrekord über 100 m in 10,4 Sek.
Rolf bei Startübungen auf der Aschenbahn des Rather Waldstadions im Frühjahr 1971 (im Hintergrund das ART Vereinsheim). Foto: Willi Jäckel
Rolf im Nationaltrikot beim Länderkampf Deutschland - Holland in Münster im Juli 1971.